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  Der Anfang  
 

Einem Verein, dem es immer wieder gelingt, junge Menschen an sich zu binden, hat das Rezept ewiger Jugend entdeckt. In diesem Sinne ist der Schachclub Papenburg 1947 ein Verein, der in seinem fünfzigsten Lebensjahr im Glanz der Jugend erstrahlt. Im Auf und Ab der Vereinsgeschichte hat es gelegentlich Zeiten gegeben, zu denen das Fortbestehen des Vereins am seidenen Faden gehangen hat, denn während Tausende von Menschen die Fußballstadien füllen, war Schach und ist Schach immer ein Sport, der nicht die Massen anzieht. Es ist also nicht verwunderlich, wenn ein Schachclub durch alters oder berufsbedingten Abgang von Mitgliedern zahlenmäßig in eine Krisensituation gerät.

Es waren 20 Spieler, welche unter dem Vorsitz von Karl Seidensticker den Verein ins Leben riefen.

 
 
Die Vorsitzenden
Karl Seidensticker1947 - l952
Hermann Averdung1952 - l954
Paul Bemboom1954 - 1985
Rolf Breiholz1986 - 1993
Wolfgang Krawczyk1993 - 2004
Hermann Schmitz2004 -


 
  Unter diesen Personen hat sich der Schachclub immer mehr vergrößert und schachlich entwickelt.  
 

cartoon01 Die Schachfreunde jener Anfangsjahre nach der Vereinsgründung haben die Krisen gemeistert und dabei in einer heute fast nicht mehr nachzuvollziehenden aufopferungsfähigen Weise um ihren Club gekämpft. So wird zum Beispiel berichtet, dass Karl Seidensticker, der erste Vorsitzende des Vereins, für die Fahrten zu Wettkämpfen mit benachbarten Ostfriesischen Vereinen einen alten LKW seiner Firma, einen Torfwagen, aktiviert hat. In dieses mit einer Plane überdachte Fahrzeug wurden Holzbänke gestellt und ab ging die Fahrt. Wie gut, daß niemals ein Unfall passierte, denn bei diesen abenteuerlichen Fahrten war doch wohl die Straßenverkehrsordnung voll außer acht gelassen. Aber auch die zu befördernde Mannschaft kam durchgewalkt und durchgeschüttelt, in den Wintermonaten wohl auch durchgefroren am Zielort an. Findet man noch heute so eine Begeisterung für einen Verein? Die Frage kann man durchaus für alle heutigen Sportvereine stellen. Die Antwort ist ein kräftiges und eindeutiges NEIN oder ???

 
 

Was die Krisenanfälligkeit durch Mitgliederschwund angeht, hat der Verein heute keine Sorgen, denn seit 1975 betreibt der Verein eine aktive Jugendarbeit. Der Schachclub Papenburg ist zahlenmäßig einer der größten Schachvereine im norddeutschen Raum. Aber nicht nur die für einen Schachclub hohe Mitgliederzahl ist erwähnenswert, auch die an anderer Stelle aufgeführten schachsportlichen Erfolge bei den Wettkämpfen der Jugend- und Erwachsenen- Mannschaften können sich sehen lassen.

 
  Aufnahme eines Neumitgliedes  
 

In den Anfangsjahren des Vereins war das freilich ein wenig anders. Es gab strenge Aufnahmekriterien. Eine Ballotage entschied darüber, ob ein Kandidat genehm war oder nicht. Die Abstimmung erfolgte dergestalt, daß jedes Vereinsmitglied im Falle der Zustimmung zur Aufnahme eines Neumitgliedes einen weißen, im Falle der Ablehnung einen schwarzen Stein in einen Hut warf. Auch nur ein schwarzer Stein im Hut verwehrte dem Kandidaten die Mitgliedschaft zum Papenburger Schachclub.

 
  Der Weltmeister aus Papenburg?  
 

Von den bisherigen Vereinsvorsitzenden hat besonders Paul Bemboom die Vereinsgeschichte geprägt. Er leitete von 1955 bis 1985 die Vereinsgeschicke und war gleichzeitig Dauerabonnent auf den l. Sieg der Vereinsmeisterschaften und der offenen Stadtmeisterschaften. Diese bis in's hohe Alter anhaltende enorme Spielstärke gab Anlaß zu der folgenden Anekdote: Anatoli Karpow wurde ein Brief mit der Anschrift 'An den erfolgreichsten Schachspieler der Welt' zugestellt. Als bescheidener Mensch gab Karpow den Brief an Kasparow weiter, der den Brief öffnend höchst erstaunt war zu lesen 'Mein lieber Paul Bemboom! .......... ....'. Es ist auf jeden Fall verblüffend, wie Laien das Können des Papenburger Schachspielers einschätzen!

 
  Schachliche Irrfahrten  
 

Cartoon3 Paul Bemboom war es aber auch, der die erste Mannschaft des Schachclub Papenburg in tiefe Sorge stürzte, und das kam so. Die Mannschaft war in den Abendstunden ab Kolpinghaus Papenburg, dem Sammelpunkt, in Richtung Leer zu einen Vergleichskampf aufgebrochen. Der Leeraner Schachclub hatte das Vereinslokal gewechselt. Die neuen Lokalitäten in Leer-Loga waren Paul Bemboom nicht bekannt, er wollte sich daher mit seinem Pkw am vorherfahrenden Fahrzeug orientieren. Nun muß unser lieber Paul während der Fahrt wohl Schachprobleme gewälzt haben. Jedenfalls hatte er nicht bemerkt, daß sich zwischen seinen und seinem Leitfahrzeug ein anderer Pkw eingeschoben hatte. Paul folgte den Rücklichtern des Eindringlings, bog hinter der Ledabrücke links ab und fuhr Richtung Weener - Bunde. Auf einem Bauernhof endete die Abenteuerfahrt. Möglicherweise war das Schachproblem gelöst, aber das Schachlokal in Leer-Loga war natürlich schwieriger denn je zu finden. In der Zwischenzeit waren 2 Vereinskollegen auf Suchfahrt unterwegs. Sie kamen unverrichteter Dinge zurück: 'Keinen Vermißten auf der Strecke Leer - Loga - Papenburg gefunden, aber auch kein Unfall auf der Strecke'. Erst mit 1 1/2 stündiger Verspätung traf Paul Bemboom am Spielort ein und das Spiel an Brett 1 konnte beginnen. Die allseitige Erleichterung kann sicher jeder nachempfinden.